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Nur der HSV

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Graswurzelblues

So unterirdisch habe ich unsere Jungs nicht mal in den Heimspielen gegen den BVB und Bremen gesehen. Und wie Jungs einer Schülermannschaft haben sie sich dann auch angestellt. Dass das Ergebnis schließlich nicht höher für die Labbadia – Truppe ausgefallen ist einzig und allein daran, dass die schwäbischen Schützen Mitleid mit uns hatten und mit großem Abstand die Bälle vorbeigingen. Ein paar hat Drobny halten können, den bei den Gegentreffern keinerlei Schuld trifft.

Schuldig war heute sicherlich die gesamte Mannschaft. Es hat von Anfang an nicht gestimmt. Weder defensiv noch offensiv. Gar nichts hat gepasst. Kein akzeptables Stellungsspiel, kaum ein Pass der ankam und Torschüsse die Rückgaben glichen. Glücklich darf sich beim HSV schätzen, der auf der Bank bleiben durfte. Dazu kam noch hüftsteifes und ungelenkes Abwehrverhalten von Rajkovic. Dieser ließ sich beim 0 : 1 verladen wie ein Schüler (heute C – Jugendlicher). Zum 0 : 2 und 0 : 3 trug er nicht unwesentlich durch sein schon beschriebenes Abwehrverhalten bei. Freilich die Strafstöße hätte nicht jeder Schiedsrichter gepfiffen, allein schon deshalb weil die Geschenke von Rajkovic allzu bereitwillig angenommen worden sind. Entscheidend für die Niederlage waren sie nicht. Entscheidend war die heute schlechte Einstellung und der daraus resultierende Alibifußball.

Ein weiterer Meilenstein dieses Spiels war das absolut überflüssige hochgradig grobe und eine Verletzung Ulreichs billigende Foul Guerreros. Aus zwanzig Metern Entfernung einem Ball hinterher zu laufen den der Torwart der Stuttgarter fast sicher an der Eckfahne kontrolliert – na, meinetwegen. Aber Guerrero hatte Zeit und Platz genug abzubremsen oder den Keeper zu umlaufen. Aber nein, er muss ja in diesen mit Tempo hineingrätschen und trifft Ulreich mit der Sohle von hinten am Knie. Da war er wieder der „alte“ Paolo nach dem er sich in den letzten Monaten immer besser entwickelte. Klar solch üble Fouls gibt es immer wieder und wir alle haben sie auch schon von anderen Spielern gesehen. Trotzdem die Karte war dunkelrot.

Was ist eigentlich die Ursache dafür, dass der HSV zu Hause nicht die Leistung abruft, die sie auswärts fast regelmäßig zeigt? Ein Heimkomplex? Ist es für die Heimmannschaften von den Plätzen sieben bis achtzehn deutlich schwerer daheim zu spielen weil auch von ihnen erwartet wird, dass sie das Spiel machen. Bislang ist es so, dass fast jedes Mal wenn ein Heimsieg ein deutlicheres absetzen von der abstiegsbedrohten Tabellenregion bedeuten würde kein Dreier eingefahren wurde. Höhenangst? Mein Eindruck war nicht nur heute der, dass die HSV – Spieler gut beraten wären unter der Woche sich nicht mit dem Konjunktiv und den Medien, sondern mit der Trainingsarbeit, dem Gegner und der taktischen Marschroute zu beschäftigen.

Einzelkritik:

Drobny: schuldlos

Diekmeier: bestenfalls farblos

Westermann: viele Fehlpässe – von denen einige Gefahr für das eigene Tor bedeuteten, selbstkritisch vor den Mikrofonen

Rajkovic: sein Tag war der verbrauchteste von allen HSVern

Jansen: von zwei, drei guten Szenen abgesehen . . . schlecht

Sala: früh angeschlagen, ging mit unter

Rincon: fehlte die Frische und Präsenz, zurecht früh ausgewechselt, gleich wohl ich hätte andere Spieler zur Halbzeit ausgewechselt und zwar drei, mehr erlaubt das Reglement leider nicht, auch solchen Spielen nicht.

Jarolim: zeigte überdeutlich weshalb sein Vertrag voraussichtlich nicht verlängert wird. In der Form von heute ganz sicher kein Verlust.

Ilicevic: sollte die linke – seine Lieblingsseite – bearbeiten, rückte grundsätzlich viel zu früh in die Mitte, wirkungslos, schlecht gespielt

Guerrero: bis zu seiner mehr als berechtigten roten Karte ein Schüsschen, das war alles

Petric: leider kein Bewerbungsspiel für einen europäischen Champions League Anwärter, schade – für ihn

Arslan (ab 41. Min.): versuchte offensive Akzente zu setzen, ging mit unter

Son (ab 46. Min.): versuchte es, lief sich oft fest, kein Glück mit seinen Zuspielen

Trotzdem: Mund abputzen und nur der HSV!

Die Stimmung vor dem Spiel war euphorisch Die Stimmung vor dem Spiel war euphorisch
Ein guter Bremer Ein guter Bremer

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